Bankdrücken: Technik, Fehler und Varianten für eine stärkere Brust
Die beliebteste Übung im Gym – und eine der am häufigsten falsch ausgeführten. Griffbreite, Schulterblätter, Brücke, Bahn der Stange, Atmung und Fußarbeit: So drückst du mehr Gewicht, baust mehr Brust auf und schonst deine Schultern.
VonMichael Lohrberg12 Min. Lesezeit

Kurz & knapp
Für sauberes Bankdrücken liegst du mit Augen unter der Stange, ziehst die Schulterblätter zusammen und nach unten, baust ein leichtes Hohlkreuz auf und stellst die Füße fest auf den Boden. Greife so, dass die Unterarme am tiefsten Punkt etwa senkrecht stehen – meist etwas mehr als schulterbreit. Senke die Stange kontrolliert auf den unteren Brustbereich, Ellenbogen etwa 45–70 Grad vom Körper, und drücke sie leicht diagonal Richtung Schultern zurück. Für Muskelaufbau eignen sich 3–4 Sätze à 6–12 Wiederholungen.
Inhalt
Montag ist internationaler Brusttag. Kaum eine Übung hat einen so festen Platz in der Fitnesskultur wie das Bankdrücken. „Wie viel drückst du?“ ist die Frage, mit der sich Kraftsportler seit Jahrzehnten messen. Und das zu Recht: Bankdrücken ist eine der effektivsten Übungen, um Brust, vordere Schultern und Trizeps aufzubauen, lässt sich hervorragend steigern und macht den Oberkörper insgesamt stärker.
Gleichzeitig ist Bankdrücken eine der Übungen, die am häufigsten mit Schulterschmerzen in Verbindung gebracht wird. Der Grund ist fast immer die Ausführung: zu weit abgespreizte Ellenbogen, lose Schulterblätter, eine falsche Stangenbahn und ein Ego, das schneller wächst als die Technik. Dieser Guide erklärt Schritt für Schritt, wie du sicher und effektiv drückst – und welche Varianten dir helfen, weiterzukommen. Er gehört zu unserem Themenbereich Übungen & Muskelgruppen.
Welche Muskeln trainiert das Bankdrücken?
Bankdrücken ist eine Mehrgelenksübung für den Oberkörper. Schulter- und Ellenbogengelenk arbeiten zusammen, um die Last von der Brust wegzudrücken. Beteiligt sind vor allem:
- Großer Brustmuskel (Pectoralis major): der Hauptakteur, besonders im unteren Teil der Bewegung, wenn die Stange nah an der Brust ist.
- Vorderer Deltamuskel: unterstützt das Drücken, besonders bei engerem Griff und steiler Bank.
- Trizeps: streckt den Ellenbogen und übernimmt im oberen Teil der Bewegung einen großen Teil der Arbeit.
- Stabilisatoren: Rotatorenmanschette, Rückenmuskulatur, Latissimus und sogar die Beine sorgen für Stabilität und Kraftübertragung.
Wichtig für deinen Trainingsplan: Bankdrücken trainiert den oberen Brustanteil vergleichsweise wenig. Für eine ausgewogene Brust ergänzt du es um Schrägbankdrücken oder ähnliche Übungen. Ein komplettes Brustprogramm zeigt Brusttraining: Die besten Übungen.
Das Setup: 80 Prozent des Erfolgs
Erfahrene Kraftsportler sagen gern, dass der Satz entschieden ist, bevor die Stange die Ablage verlässt. Beim Bankdrücken stimmt das besonders. Ein gutes Setup schützt die Schultern, verkürzt den Weg der Stange und gibt dir eine stabile Basis.
Position auf der Bank
Lege dich so hin, dass deine Augen etwa unter der Stange liegen. Liegst du zu weit oben, schlägt die Stange beim Ausheben gegen die Ablage. Liegst du zu weit unten, musst du die Stange weit nach vorn heben – das kostet Kraft und Stabilität, bevor der erste Satz begonnen hat.
Schulterblätter: Der wichtigste Punkt
Ziehe die Schulterblätter zusammen und nach unten, als wolltest du sie in deine hinteren Hosentaschen stecken. Dadurch entsteht eine stabile Plattform im oberen Rücken, auf der du drückst. Die Schulter rückt in eine sichere, zentrierte Position, die Brust wird nach oben geschoben, und der Weg der Stange verkürzt sich.
Diese Spannung hältst du über den gesamten Satz. Viele verlieren sie bei den letzten Wiederholungen – die Schultern rollen nach vorn, und genau dann steigt das Verletzungsrisiko.
Griffbreite
Die ideale Griffbreite hängt von deiner Armlänge und deinen Schultern ab. Ein guter Ausgangspunkt: Die Unterarme stehen am tiefsten Punkt senkrecht – von vorn und von der Seite betrachtet. Bei den meisten ist das ein Griff etwas breiter als schulterbreit.
| Griff | Effekt | Für wen |
|---|---|---|
| Eng (schulterbreit) | mehr Trizeps, weniger Schulterstress | Trizepsfokus, empfindliche Schultern |
| Mittel (Unterarme senkrecht) | ausgewogen, beste Kraftübertragung | Standard für die meisten |
| Breit | mehr Brust, kürzerer Weg, mehr Schulterbelastung | erfahrene Trainierende mit gesunden Schultern |
Umschließe die Stange mit dem Daumen. Der sogenannte „Selbstmordgriff“ ohne Daumen ist gefährlich, weil die Stange ohne Vorwarnung aus der Hand rollen kann.
Handgelenke
Die Stange liegt nicht in den Fingern, sondern im unteren Teil der Handfläche, möglichst direkt über dem Unterarm. Abgeknickte Handgelenke kosten Kraft und schmerzen auf Dauer. Denk an „Knöchel Richtung Decke“.
Füße und Brücke
Die Beine sind beim Bankdrücken nicht passiv. Stelle die Füße fest auf den Boden, etwa unter oder leicht hinter den Knien, und drücke sie während der Aufwärtsbewegung aktiv in den Boden. Dieser „Leg Drive“ überträgt Spannung über den gesamten Körper.
Ein leichtes Hohlkreuz ist erwünscht. Es stabilisiert die Schultern und schiebt die Brust nach oben. Wichtig: Gesäß und oberer Rücken bleiben auf der Bank. Die extremen Brücken mancher Kraftdreikämpfer sind ein Wettkampfwerkzeug, das den Bewegungsweg maximal verkürzt – für den Muskelaufbau ist eine moderate Brücke sinnvoller.
Die Bewegung Schritt für Schritt
Bankdrücken in 7 Schritten
- 1
Schritt 1
Position auf der Bank finden
Lege dich so auf die Bank, dass deine Augen etwa senkrecht unter der Stange liegen. Kopf, oberer Rücken und Gesäß haben Kontakt zur Bank.
- 2
Schritt 2
Schulterblätter fixieren
Ziehe die Schulterblätter zusammen und nach unten, als wolltest du sie in die hinteren Hosentaschen stecken. Diese Position hältst du während des gesamten Satzes.
- 3
Schritt 3
Griffbreite wählen
Greife die Stange so, dass deine Unterarme am tiefsten Punkt etwa senkrecht stehen – meist etwas mehr als schulterbreit. Daumen umschließen die Stange.
- 4
Schritt 4
Füße und Brücke
Stelle die Füße fest auf den Boden, etwa unter oder leicht hinter die Knie. Baue ein leichtes Hohlkreuz auf, sodass die Brust nach oben kommt.
- 5
Schritt 5
Stange ausheben
Atme tief ein, spanne den Rumpf an und hebe die Stange mit gestreckten Armen aus der Ablage, bis sie über deinen Schultern steht. Alternativ hilft ein Partner beim Ausheben.
- 6
Schritt 6
Kontrolliert absenken
Senke die Stange in etwa zwei Sekunden auf den unteren Brustbereich ab. Die Ellenbogen zeigen etwa 45 bis 70 Grad vom Oberkörper weg, nicht 90 Grad zur Seite.
- 7
Schritt 7
Kraftvoll hochdrücken
Drücke die Stange explosiv nach oben und leicht zurück Richtung Schultern. Drücke dabei die Füße in den Boden. Atme oben aus oder halte die Luft bei schweren Sätzen über mehrere Wiederholungen.
Die Bahn der Stange
Die Stange bewegt sich beim Bankdrücken nicht senkrecht auf und ab, sondern auf einer leicht diagonalen Bahn. Oben steht sie über den Schultern, unten berührt sie die Brust im unteren Bereich, etwa auf Höhe der Brustwarzen oder knapp darunter. Beim Hochdrücken bewegt sie sich also leicht zurück Richtung Kopf.
Diese J-förmige Bahn ist kein Zufall: Sie hält die Last so gut wie möglich über dem Schultergelenk und lässt Brust und Trizeps jeweils dort arbeiten, wo sie am stärksten sind.
Ellenbogenwinkel: Weder 90 noch 0 Grad
Der vielleicht wichtigste Technikpunkt für gesunde Schultern. Werden die Ellenbogen 90 Grad zur Seite gespreizt – Oberarme senkrecht zum Körper –, steigt die Belastung im vorderen Schulterbereich deutlich. Werden sie ganz eng am Körper gehalten, wird die Bewegung ineffizient und die Brust arbeitet kaum.
Der Sweet Spot liegt bei etwa 45 bis 70 Grad zwischen Oberarm und Oberkörper. Das ergibt von oben betrachtet ungefähr eine Pfeilform statt eines T.
Absenken und Berührung
Senke die Stange kontrolliert in etwa zwei Sekunden ab. Lass sie nicht auf die Brust fallen und nutze die Brust nicht als Trampolin. Die Stange berührt die Brust leicht – unter voller Körperspannung. Wer die Stange auf dem Brustkorb abprallen lässt, nimmt dem Muskel die Arbeit in genau der Position ab, die für den Aufbau am wertvollsten ist.
Atmung
Atme oben tief ein, halte die Luft beim Absenken und während des schwersten Teils der Aufwärtsbewegung an und atme oben aus. Bei schweren Sätzen mit wenigen Wiederholungen halten viele Athleten die Luft über zwei, drei Wiederholungen. Die Pressatmung stabilisiert, erhöht aber kurzfristig den Blutdruck – bei Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen solltest du die Technik vorher ärztlich abklären lassen.
Sicherheit: Spotter, Safety Pins und Ausheben
Bankdrücken ist die Übung, bei der ein gescheiterter Versuch am gefährlichsten ist – die Stange liegt dann auf deiner Brust oder deinem Hals. Deshalb gilt:
- Mit Spotter trainieren, wenn du nah ans Versagen gehst. Der Partner steht hinter der Bank, hilft beim Ausheben und greift nur ein, wenn die Stange stehen bleibt.
- Safety Pins im Rack nutzen, wenn du allein trainierst. Stelle sie knapp unter deine Brusthöhe.
- Keine Clips ohne Partner? Viele erfahrene Trainierende verzichten allein auf Hantelverschlüsse, damit sie die Scheiben im Notfall seitlich abkippen können. Mit Safety Pins ist das nicht nötig.
- Allein nicht bis zum Muskelversagen gehen. Beende Sätze ein bis zwei Wiederholungen vorher.
Die 10 häufigsten Fehler
1. Ellenbogen im 90-Grad-Winkel
Der Schulterkiller Nummer eins. Halte die Ellenbogen etwa 45 bis 70 Grad vom Körper.
2. Lose Schulterblätter
Ohne fixierte Schulterblätter fehlt die stabile Basis, die Schultern rollen nach vorn und übernehmen zu viel Arbeit.
3. Stange auf Hals oder obere Brust
Eine zu hohe Berührungsstelle zwingt die Ellenbogen nach außen und belastet die Schultern.
4. Abprallen von der Brust
Spart Kraft, kostet Muskelreiz und kann im schlimmsten Fall die Rippen verletzen.
5. Gesäß hebt von der Bank ab
Erhöht die Last scheinbar, verändert aber die Übung und belastet den unteren Rücken. Das Gesäß bleibt auf der Bank.
6. Abgeknickte Handgelenke
Die Stange gehört in den Handballen, nicht in die Finger.
7. Füße in der Luft oder wackelig
Ohne festen Bodenkontakt fehlt die Basis. Ausnahme: gezielte Varianten mit Füßen auf der Bank.
8. Halbe Wiederholungen
Wer nur die obere Hälfte drückt, trainiert vor allem den Trizeps und lässt das größte Wachstumspotenzial der Brust liegen.
9. Asymmetrisches Drücken
Eine Seite drückt schneller als die andere, die Stange kippt. Häufig ein Zeichen für Kraftunterschiede, die du mit Kurzhanteln gezielt ausgleichen kannst. Mehr in Muskel-Ungleichgewichte erkennen und ausgleichen.
10. Zu schnelle Steigerung
Die Brust lässt sich schnell steigern, die Sehnen in der Schulter nicht. Kleine Schritte von 1 bis 2,5 Kilogramm und Geduld zahlen sich aus. Wie du richtig steigerst, erklärt Progressive Overload.
Varianten: Die richtige Übung für dein Ziel
| Variante | Schwerpunkt | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Langhantel-Flachbank | Brust, Trizeps, Kraft | Hauptübung |
| Kurzhantel-Bankdrücken | Brust, größerer Bewegungsumfang | Muskelaufbau, Ausgleich von Seitenunterschieden |
| Schrägbankdrücken (30°) | obere Brust, vordere Schulter | Ergänzung für eine vollständige Brust |
| Enges Bankdrücken | Trizeps | Trizepsaufbau, Lockout-Schwäche |
| Pausen-Bankdrücken | Kraft aus der unteren Position | Technik, Kontrolle, Wettkampfvorbereitung |
| Floor Press | oberer Teil der Bewegung, schulterschonend | Home-Gym, empfindliche Schultern |
| Maschinen-Brustpresse | stabil, sicher bis zum Versagen | Volumen, Einsteiger, Training allein |
| Dips | untere Brust, Trizeps | Bodyweight-Ergänzung |
Für den Muskelaufbau bewährt sich eine Kombination: Langhantel- oder Kurzhantel-Bankdrücken als Hauptübung, ergänzt durch eine Schrägbankvariante und eine Isolationsübung wie Kabelzug-Fliegende. Details zu den Ergänzungsübungen findest du in Schrägbankdrücken, Dips und Kabelzug-Übungen.
Kurzhantel oder Langhantel?
Beide haben Vorteile. Die Langhantel lässt sich schwerer belasten und feiner steigern – ideal für Kraft. Kurzhanteln erlauben einen größeren Bewegungsumfang, eine natürlichere Bahn für die Schultern und decken Seitenunterschiede auf. Viele mit Schulterbeschwerden vertragen Kurzhanteln besser. Der Nachteil: Ab einem gewissen Gewicht wird es schwierig, die Hanteln überhaupt in Position zu bringen.
Bankdrücken im Trainingsplan
Volumen und Frequenz
Für den Muskelaufbau eignen sich 3 bis 4 Arbeitssätze mit 6 bis 12 Wiederholungen, ein- bis zweimal pro Woche. Zusammen mit einer weiteren Druckübung kommst du so auf etwa 10 bis 16 Sätze pro Woche für die Brust – ein guter Bereich für die meisten Trainierenden. Wie du das Volumen über die Woche verteilst, erklärt der Muskelaufbau-Guide.
Aufwärmen
Schultern brauchen Vorbereitung. Ein bewährtes Schema für einen Arbeitssatz mit 80 Kilogramm:
| Satz | Gewicht | Wiederholungen |
|---|---|---|
| 1 | 20 kg (leere Stange) | 12 |
| 2 | 40 kg | 8 |
| 3 | 55 kg | 5 |
| 4 | 65 kg | 3 |
| 5 | 72,5 kg | 1–2 |
Davor helfen einige Sätze Band-Pull-Aparts, Außenrotationen mit dem Band und lockere Armkreise. Eine kompakte Routine für Schultern und Brustwirbelsäule findest du in unserer 10-Minuten-Mobility-Routine.
Die Balance mit dem Rücken
Wer viel drückt, muss auch viel ziehen. Ein Ungleichgewicht zwischen Brust- und Rückentraining begünstigt nach vorn gezogene Schultern und Haltungsprobleme. Als Faustregel: mindestens so viele Sätze Ziehen wie Drücken. Rudern, Klimmzüge und Face Pulls sind die idealen Partner. Mehr in Rückentraining und Face Pulls: Die Übung für gesunde Schultern.
Körperbau und Bankdrücken
Wie bei der Kniebeuge bestimmen auch beim Bankdrücken die Proportionen, wie die Bewegung aussieht und wie schwer sie fällt. Zwei Faktoren sind besonders wichtig:
Armlänge. Menschen mit langen Armen müssen die Stange einen längeren Weg bewegen. Das macht das Bankdrücken schwerer und verlagert die Belastung stärker auf die Brust in der gedehnten Position. Sie profitieren oft von einem etwas breiteren Griff und einer moderaten Brücke, die den Weg verkürzt. Menschen mit kurzen Armen und einem großen Brustkorb haben dagegen einen mechanischen Vorteil – das erklärt, warum manche relativ leichte Athleten erstaunlich viel drücken.
Schulterbeweglichkeit. Wer die Schulterblätter nicht gut zusammenziehen kann oder eine steife Brustwirbelsäule hat, kommt schlechter in eine stabile Ausgangsposition. Hier hilft regelmäßige Mobilisation der Brustwirbelsäule mehr als jedes zusätzliche Kilo auf der Stange. Übungen dazu findest du in Brustwirbelsäule mobilisieren.
Das Fazit ist dasselbe wie bei jeder Grundübung: Kopiere nicht blind die Technik anderer, sondern finde die Position, in der deine Schultern stabil und schmerzfrei arbeiten und du die Stange auf einer gleichmäßigen Bahn bewegst.
Zwei Beispielwochen für mehr Bankdrücken
Wer gezielt am Bankdrücken arbeiten will, kann es zweimal pro Woche mit unterschiedlichem Schwerpunkt trainieren. Ein bewährtes Muster:
| Tag | Übung | Sätze × Wiederholungen | Ziel |
|---|---|---|---|
| Tag A (schwer) | Langhantel-Bankdrücken | 4 × 5–6 | Kraft, Technik unter Last |
| Tag A | Schrägbank-Kurzhanteldrücken | 3 × 8–10 | obere Brust |
| Tag B (Volumen) | Pausen-Bankdrücken (1 s Pause auf der Brust) | 3 × 8 | Kontrolle in der unteren Position |
| Tag B | Dips oder Kabelzug-Fliegende | 3 × 10–15 | Volumen, Dehnung |
| Beide Tage | Rudern oder Klimmzüge | 3–4 Sätze | Balance, Schultergesundheit |
Beide Tage folgen der doppelten Progression: Erst steigerst du die Wiederholungen innerhalb des Bereichs, dann das Gewicht. Nach sechs bis acht Wochen hilft eine leichtere Woche, angesammelte Ermüdung abzubauen.
Bankdrücken zu Hause: Ohne Bank, ohne Rack
Nicht jeder hat ein Rack mit Safety Pins zu Hause. Sicheres Drücken ist trotzdem möglich. Die Floor Press – Drücken im Liegen auf dem Boden – begrenzt den Bewegungsumfang auf natürliche Weise: Die Oberarme stoppen am Boden, bevor die Stange die Brust erreicht. Das schont die Schultern und macht ein Scheitern weniger gefährlich, weil die Last auf Ellenbogenhöhe abgelegt werden kann.
Mit Kurzhanteln auf einer Flachbank oder sogar auf einem stabilen Gymnastikball kannst du ebenfalls effektiv trainieren. Und wer ganz ohne Gewichte auskommen muss, greift zu Liegestützen und ihren schwereren Varianten. Wie du sie systematisch steigerst, zeigt Liegestütze perfektionieren; wie du ein Home-Gym sinnvoll ausstattest, erklärt Home-Gym einrichten.
Schulterschmerzen beim Bankdrücken
Wenn Bankdrücken wehtut, liegt es selten an der Übung selbst und fast immer an der Dosierung oder Ausführung. Prüfe in dieser Reihenfolge: Ellenbogenwinkel, Schulterblattspannung, Berührungspunkt, Griffbreite, Steigerungstempo. Oft hilft ein vorübergehender Wechsel auf Kurzhanteln, Floor Press oder einen etwas engeren Griff mit neutraler Handposition.
Bleiben die Beschwerden trotz Anpassungen länger als zwei bis drei Wochen bestehen, gehört die Schulter in ärztliche oder physiotherapeutische Hände. Die häufigsten Ursachen und Lösungen besprechen wir in Schulterschmerzen beim Bankdrücken vermeiden.
Bankdrücken ab 40
Mit zunehmendem Alter werden die Schultern meist zur limitierenden Struktur beim Bankdrücken. Sehnen erholen sich langsamer, kleine Überlastungen summieren sich schneller. Das heißt nicht, dass du aufhören solltest – im Gegenteil, Krafttraining ist für die Schultergesundheit wertvoll. Aber einige Anpassungen lohnen sich: ein längeres Aufwärmen mit Bandübungen für die Rotatorenmanschette, eher moderate Wiederholungsbereiche von 8 bis 12 statt schwerer Einzelwiederholungen, häufiger Kurzhanteln mit leicht nach innen gedrehten Händen und eine Steigerung in noch kleineren Schritten. Wer so trainiert, kann bis ins hohe Alter stark drücken. Allgemeine Tipps zum gelenkschonenden Training findest du in Gelenke schützen beim Training.
Wie stark bist du? Orientierungswerte
Bankdrückwerte werden gern verglichen – sinnvoller ist der Vergleich mit dir selbst von vor drei Monaten. Trotzdem helfen grobe Richtwerte bei der Einordnung. Bezogen auf eine Wiederholung und das eigene Körpergewicht:
| Niveau | Bankdrücken (1 Wdh.) |
|---|---|
| Einsteiger | ca. 0,5–0,75 × Körpergewicht |
| Fortgeschritten | ca. 1,0 × Körpergewicht |
| Stark | ca. 1,25–1,5 × Körpergewicht |
| Sehr stark | ab ca. 1,5 × Körpergewicht |
Bankdrücken-Leistung im Verhältnis zum Körpergewicht
Richtwerte für das Maximalgewicht bei einer Wiederholung als Vielfaches des Körpergewichts. Die Übergänge sind fließend.
- Einsteiger · 0,5–0,75 × KGca. 0,5–0,75 × Körpergewicht
- Fortgeschritten · 0,75–1,25 × KGum 1,0 × Körpergewicht
- Stark · 1,25–1,5 × KGca. 1,25–1,5 × Körpergewicht
- Sehr stark · 1,5–2 × KGab ca. 1,5 × Körpergewicht
Lange Arme, ein großer Brustkorb, Alter und Trainingsjahre beeinflussen diese Werte erheblich. Mehr dazu in Kraftwerte: Wie stark bist du wirklich?, und wie du dein Maximum sicher schätzt, ohne es zu testen, steht in 1RM berechnen.
Ausrüstung: Was wirklich hilft
Für Bankdrücken brauchst du nicht viel. Feste Schuhe sorgen für einen stabilen Leg Drive, Magnesia verhindert, dass die Stange bei schwitzigen Händen rutscht. Handgelenkbandagen können bei schweren Sätzen die Handgelenke stabilisieren, sind für die meisten Trainierenden aber erst bei Lasten nahe dem Maximum sinnvoll. Spezielle Bankdrückshirts, wie sie im ausgerüsteten Kraftdreikampf verwendet werden, haben im normalen Training nichts verloren.
Fazit: Technik zuerst, dann Gewicht
Bankdrücken ist eine fantastische Übung – wenn du es richtig machst. Ein sauberes Setup mit fixierten Schulterblättern, ein sinnvoller Ellenbogenwinkel, eine kontrollierte Absenkphase und eine geduldige Steigerung machen den Unterschied zwischen einer starken Brust und kaputten Schultern. Investiere die ersten Wochen in Technik, filme deine Sätze, trainiere mit Spotter oder Safety Pins und balanciere jedes Drücken mit Ziehen.
Als Ergänzung empfehlen wir dir unseren Guide zur zweiten großen Grundübung, der Kniebeuge. Und wenn du einen Plan suchst, in dem Bankdrücken und Kniebeuge sinnvoll kombiniert sind: Der 3-Tage-Ganzkörperplan für Anfänger bringt beide zusammen.
Häufige Fragen
Wie breit sollte man beim Bankdrücken greifen?
Für die meisten ist ein Griff etwas breiter als schulterbreit ideal, bei dem die Unterarme am tiefsten Punkt senkrecht stehen. Ein breiterer Griff betont die Brust stärker, belastet aber die Schultern mehr. Ein enger Griff verlagert die Arbeit Richtung Trizeps.
Wohin sollte die Stange beim Bankdrücken abgesenkt werden?
Die Stange berührt die Brust im unteren Bereich, etwa auf Höhe der Brustwarzen oder knapp darunter. Ein Absenken auf den Hals oder die oberen Brustmuskeln belastet die Schultern unnötig.
Ist ein Hohlkreuz beim Bankdrücken schädlich?
Ein moderates Hohlkreuz ist bei gesunden Menschen nicht schädlich. Es stabilisiert die Schultern, verkürzt den Bewegungsweg leicht und schützt das Schultergelenk. Gesäß und oberer Rücken bleiben dabei auf der Bank.
Wie viele Sätze Bankdrücken für Muskelaufbau?
Für Muskelaufbau eignen sich 3 bis 4 Sätze mit 6 bis 12 Wiederholungen, ein- bis zweimal pro Woche. Ergänzt durch eine zweite Druckübung wie Schrägbankdrücken oder Dips kommst du auf ein sinnvolles Wochenvolumen für die Brust.
Warum tun mir beim Bankdrücken die Schultern weh?
Häufige Ursachen sind zu weit abgespreizte Ellenbogen, fehlende Spannung in den Schulterblättern, ein zu breiter Griff und zu schnelle Gewichtssteigerung. Bei anhaltenden Schmerzen solltest du das Gewicht reduzieren und eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung einholen.
Was ist ein guter Wert beim Bankdrücken?
Als grobe Orientierung gilt das eigene Körpergewicht für eine Wiederholung als solides Ziel für Trainierte, das 1,25- bis 1,5-Fache als fortgeschritten. Die Werte hängen aber stark von Körpergröße, Armlänge, Alter und Trainingserfahrung ab.
Schlagwörter
- Bankdrücken
- Bench Press
- Brusttraining
- Technik
- Grundübungen
- Schultern

Über den Autor
Michael Lohrberg· Gründer von Syrax
Michael Lohrberg hat Syrax 2026 gegründet. Bundeswehr mit Auslandseinsatz, seit 2010 in der Industrie, Schichtbetrieb und zwei Aufgaben parallel – aus der Frage, wie viel Erholung im Alltag wirklich übrig bleibt, entstand der LEEK Pulse Pro. Im Magazin schreibt er über Training, Schlaf und Regeneration – praxisnah und mit Blick auf die Studienlage.
Mehr über MichaelDieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen, Schmerzen oder Unsicherheit sprich vor Trainings- oder Ernährungsumstellungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Auch verfügbar auf: English
Syrax Magazin



