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Home Workout & CalisthenicsGroßer Guide

Home Workout ohne Geräte: Der komplette Ganzkörperplan

Muskeln aufbauen und fit werden ohne Studio, ohne Hanteln, ohne Ausreden. Der komplette Bodyweight-Plan für Anfänger und Fortgeschrittene – mit Übungsprogressionen, Wochenplan und den Tricks, mit denen auch Körpergewicht richtig schwer wird.

VonMichael Lohrberg

12 Min. Lesezeit

Grafik: Turnringe an einer Stange über einer Trainingsmatte

Kurz & knapp

Mit einem Home Workout ohne Geräte kannst du Kraft und Muskeln aufbauen, wenn du die Übungen nah an das Muskelversagen bringst und sie über Progressionen schrittweise schwerer machst. Ein effektiver Plan umfasst drei Ganzkörpereinheiten pro Woche mit je einer Übung für Beine (z. B. Split Squat), Drücken (Liegestütz-Varianten), Ziehen (Rudern am Tisch oder Handtuch-Rudern), Hüfte (einbeinige Hüftbrücke) und Rumpf (Plank-Varianten), jeweils 3 Sätze à 8–20 Wiederholungen. Wird eine Übung zu leicht, wechselst du zur nächstschwereren Variante.

„Ich habe keine Zeit fürs Studio.“ „Das Gym ist zu weit weg.“ „Ich bin gerade auf Geschäftsreise.“ Es gibt viele Gründe, nicht zu trainieren. Ein fehlendes Fitnessstudio ist keiner davon. Mit dem eigenen Körpergewicht kannst du Kraft aufbauen, Muskeln entwickeln und deine Fitness verbessern – in deinem Wohnzimmer, im Hotelzimmer, im Park. Was du brauchst, ist kein Equipment, sondern ein durchdachter Plan.

Das Problem vieler Home Workouts: Sie bestehen aus endlosen Wiederholungen derselben einfachen Übungen. Nach 50 Kniebeugen ohne Gewicht bist du außer Atem, aber deine Beine wachsen davon nicht. Der Schlüssel liegt in Progressionen: Übungsvarianten, die schrittweise schwerer werden – von der Liegestütze an der Wand bis zur einarmigen, von der Kniebeuge bis zur Pistol Squat.

Dieser Guide liefert dir einen kompletten Plan für Anfänger und Fortgeschrittene, erklärt die wichtigsten Übungen mit ihren Progressionen und zeigt dir, wie du ohne Hanteln dauerhaft Fortschritte machst. Er ist der Pillar-Artikel unseres Themenbereichs Home Workout & Calisthenics.

Funktioniert Muskelaufbau ohne Gewichte wirklich?

Ja – mit einer wichtigen Einschränkung. Deine Muskeln wissen nicht, ob der Widerstand von einer Langhantel oder deinem Körpergewicht kommt. Sie reagieren auf mechanische Spannung. Und Studien zeigen, dass Muskelwachstum in einem breiten Wiederholungsbereich von etwa 5 bis 30 stattfindet, solange die Sätze nah am Muskelversagen enden. Die Grundlagen dazu erklärt unser Muskelaufbau-Guide.

Studien, die Liegestütze mit Bankdrücken bei vergleichbarer Anstrengung verglichen haben, fanden ähnliche Zuwächse an Kraft und Muskelmasse in der Brust. Der Knackpunkt ist nicht das Werkzeug, sondern die Intensität.

Die Einschränkung: Je stärker du wirst, desto schwieriger wird es, ausreichend Spannung zu erzeugen – vor allem für die Beine, die im Alltag ohnehin das gesamte Körpergewicht tragen. Für sie brauchst du einbeinige Übungen und langsame Ausführungen. Und für den Rücken brauchst du kreative Lösungen oder eine Klimmzugstange. Wie weit man ohne Gewichte kommt, beleuchten wir in Muskelaufbau ohne Gewichte: Geht das wirklich?.

Die 5 Prinzipien des effektiven Home-Trainings

1. Nah ans Versagen

Der wichtigste Punkt. Bei Bodyweight-Übungen solltest du jeden Satz ein bis drei Wiederholungen vor dem Muskelversagen beenden. 20 lockere Liegestütze, bei denen du noch 15 weitere geschafft hättest, sind kein Wachstumsreiz.

2. Progression über Varianten

Statt Gewicht hinzuzufügen, wechselst du zu einer schwereren Variante, sobald du mehr als etwa 20 saubere Wiederholungen schaffst. Jede Übung hat eine Progressionsleiter – dazu gleich mehr.

3. Tempo als Werkzeug

Eine Kniebeuge mit drei Sekunden Absenken, einer Sekunde Pause unten und kraftvollem Hochdrücken ist ein völlig anderer Reiz als eine schnelle Wippbewegung. Langsame, kontrollierte Wiederholungen erhöhen die Spannung erheblich. Mehr zum Prinzip in Time under Tension.

4. Einbeinig und einarmig

Wenn du das Gewicht auf eine Seite verlagerst, verdoppelst du die Last pro Bein oder Arm. Einbeinige Übungen sind der wichtigste Trick, um die Beine ohne Gewichte zu fordern.

5. Protokollieren

Auch im Home-Training gilt: Ohne Aufzeichnung keine systematische Steigerung. Notiere Variante, Wiederholungen und Tempo. Das Prinzip erklärt Progressive Overload.

8–20Wiederholungen pro Satz – wird es mehr, wechselst du zur schwereren Variante

Die Übungen und ihre Progressionen

Ein vollständiges Ganzkörpertraining deckt fünf Bewegungsmuster ab: Beine (Kniebeugen-Muster), Hüfte (Hüftstreckung), Drücken, Ziehen und Rumpf. Für jedes gibt es eine Progressionsleiter von leicht nach schwer. Starte auf der Stufe, auf der du 8 bis 15 saubere Wiederholungen schaffst.

Beine: Von der Kniebeuge zur Pistol Squat

StufeÜbungHinweis
1Kniebeuge mit Stuhl (Sit to Stand)auf den Stuhl setzen, aufstehen
2Kniebeuge mit Körpergewichtvolle Tiefe
3Kniebeuge, 3 s absenken, 2 s Pause untenSpannung erhöhen
4Split Squat (statischer Ausfallschritt)einbeinige Belastung
5Bulgarian Split Squat (hinterer Fuß erhöht)deutlich schwerer
6Shrimp Squat / Skater SquatVorstufe zur Pistol
7Pistol Squat (einbeinige Kniebeuge)Königsdisziplin

Der Bulgarian Split Squat ist die vielleicht wertvollste Beinübung für zu Hause: Der hintere Fuß liegt auf einem Stuhl oder Sofa, das vordere Bein trägt fast das gesamte Körpergewicht. Selbst Trainierte kommen dabei an ihre Grenzen. Mehr dazu in Bulgarian Split Squat, und die Königsdisziplin erklären wir in Pistol Squat lernen.

Hüfte: Von der Hüftbrücke zum Nordic Curl

StufeÜbung
1Hüftbrücke beidbeinig
2Hüftbrücke mit Pause oben (3 s)
3Einbeinige Hüftbrücke
4Einbeinige Hüftbrücke, Schultern erhöht auf dem Sofa
5Einbeiniges rumänisches Kreuzheben (Gleichgewicht + Beinbeuger)
6Nordic Curl (exzentrisch, Füße unter dem Sofa fixiert)

Die Rückseite der Beine wird im Home-Training oft vernachlässigt. Nordic Curls – du kniest, die Füße sind fixiert, und du lässt dich langsam nach vorn sinken – sind eine der härtesten Übungen für die Beinbeuger überhaupt. Beginne mit wenigen, sehr langsamen Wiederholungen und fange dich mit den Händen ab.

Drücken: Von der Wand zur einarmigen Liegestütze

StufeÜbung
1Liegestütze an der Wand
2Liegestütze mit Händen auf Tisch oder Sofa
3Liegestütze auf den Knien
4Klassische Liegestütze
5Liegestütze mit Pause unten / 3 s absenken
6Liegestütze mit erhöhten Füßen
7Archer-Liegestütze (Gewicht auf einen Arm)
8Einarmige Liegestütze

Ergänzend trainieren Dips zwischen zwei stabilen Stühlen oder an der Sofakante den Trizeps und die untere Brust, Pike-Liegestütze (Hüfte hoch, Kopf Richtung Boden) die Schultern. Saubere Liegestütz-Technik und zwölf Varianten zeigen wir in Liegestütze perfektionieren.

Ziehen: Der schwierigste Teil zu Hause

Ohne Stange ist Ziehen die größte Herausforderung. Diese Optionen funktionieren:

StufeÜbungBenötigt
1Handtuch-Rudern an der TürHandtuch, stabile, geschlossene Tür
2Tischrudern (unter einem stabilen Tisch)massiver Tisch
3Tischrudern mit erhöhten FüßenTisch, Stuhl
4Negative Klimmzüge (langsames Absenken)Klimmzugstange
5KlimmzügeKlimmzugstange

Eine Klimmzugstange ist die mit Abstand lohnendste Anschaffung für zu Hause. Welche Modelle sicher sind und welche Übungen sie ermöglicht, steht in Klimmzugstange zu Hause: Die besten Übungen und Klimmzugstange für die Tür: Sicher oder riskant?. Wer gar keine Möglichkeit hat, findet Alternativen in Rückentraining zu Hause.

Rumpf: Mehr als Crunches

StufeÜbung
1Plank auf den Knien
2Plank (Unterarmstütz)
3Seitstütz
4Plank mit abwechselndem Arm- oder Beinheben
5Hollow Body Hold
6Ab Wheel / Body Saw (Füße auf Handtuch, Körper vor und zurück schieben)
7Dragon Flag (Fortgeschrittene)

Der Rumpf soll vor allem stabilisieren – Rotation, Überstreckung und seitliches Einknicken verhindern. Plank-Varianten und Hollow Body Holds trainieren genau diese Funktion. Mehr zu sinnvollem Bauchtraining in Core-Training: Rumpfstabilität jenseits von Crunches und Planks und Varianten.

Technik der vier Kernübungen

Bei Bodyweight-Übungen ist saubere Technik besonders wichtig, weil es keinen äußeren Widerstand gibt, der Fehler „bestraft“. Wer schlampig ausführt, macht die Übung unbemerkt leichter.

Bulgarian Split Squat: Stelle dich etwa einen großen Schritt vor einen Stuhl oder das Sofa und lege den Spann des hinteren Fußes auf die Sitzfläche. Das Gewicht liegt auf dem vorderen Bein. Senke dich senkrecht ab, bis das hintere Knie fast den Boden berührt; das vordere Knie darf dabei über die Zehen wandern. Der Oberkörper bleibt aufrecht oder neigt sich leicht nach vorn – letzteres betont das Gesäß. Drücke dich über die ganze vordere Fußsohle nach oben. Wenn du wackelst, halte dich anfangs mit einer Hand an einer Wand fest.

Liegestütze: Hände etwas breiter als schulterbreit, Finger nach vorn, Körper von Kopf bis Ferse in einer Linie. Spanne Bauch und Gesäß an, damit die Hüfte nicht durchhängt. Senke dich ab, bis die Brust fast den Boden berührt; die Ellenbogen zeigen dabei etwa 45 Grad vom Körper weg, nicht seitlich wie ein T. Drücke dich kraftvoll hoch, ohne die Schultern nach vorn rollen zu lassen. Die Parallelen zum Bankdrücken sind kein Zufall – die Technik-Prinzipien aus unserem Bankdrücken-Guide gelten hier genauso.

Tischrudern: Lege dich auf den Rücken unter einen stabilen Tisch, sodass die Brust etwa unter der Tischkante liegt. Greife die Kante schulterbreit, spanne den Körper an wie bei einer umgedrehten Plank und ziehe die Brust zur Tischkante. Die Schulterblätter ziehen sich oben zusammen. Je flacher dein Körper, desto schwerer die Übung; mit angewinkelten Beinen wird sie leichter.

Einbeinige Hüftbrücke: Rückenlage, ein Fuß aufgestellt nah am Gesäß, das andere Bein angewinkelt in der Luft. Drücke dich über die Ferse nach oben, bis Schulter, Hüfte und Knie eine Linie bilden. Oben das Gesäß eine Sekunde fest anspannen, ohne ins Hohlkreuz zu gehen. Wenn du die Beinbeuger statt des Gesäßes spürst, stelle den Fuß etwas näher an den Körper.

Der Trainingsplan: 3 Tage pro Woche

Der Plan ist als Ganzkörpertraining aufgebaut: Jede Einheit trainiert alle Bewegungsmuster. Du trainierst dreimal pro Woche an nicht aufeinanderfolgenden Tagen, zum Beispiel Montag, Mittwoch und Freitag, und wechselst zwischen Einheit A und B.

Einheit ASätze × Wdh.Einheit BSätze × Wdh.
Bulgarian Split Squat (Stufe nach Level)3 × 8–15 pro BeinKniebeuge mit Tempo 3-2-13 × 10–20
Liegestütze (Stufe nach Level)3 × 8–20Pike-Liegestütze3 × 6–12
Tischrudern / Klimmzüge3 × 6–15Handtuch-Rudern / Negativ-Klimmzüge3 × 6–12
Einbeinige Hüftbrücke3 × 10–15 pro SeiteNordic Curl (negativ)3 × 3–6
Plank3 × 30–60 sHollow Body Hold3 × 20–40 s
——Stuhl-Dips2 × 8–15

Pausen: 60 bis 120 Sekunden zwischen den Sätzen. Dauer: etwa 35 bis 45 Minuten inklusive Aufwärmen. Progression: Schaffst du in allen Sätzen die obere Wiederholungszahl, wechselst du zur nächsten Stufe der Progressionsleiter.

Dein erstes Home Workout

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    Schritt 1

    Platz schaffen und aufwärmen

    Räume eine Fläche von etwa 2 × 2 Metern frei. Wärme dich 5 Minuten mit Hampelmännern, Armkreisen, Kniebeugen ohne Gewicht und Hüftkreisen auf.

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    Schritt 2

    Beine: Split Squats

    3 Sätze à 8–15 Wiederholungen pro Bein. Langsam absenken, bis das hintere Knie fast den Boden berührt, kräftig hochdrücken.

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    Schritt 3

    Drücken: Liegestütze

    3 Sätze bis 1–2 Wiederholungen vor dem Versagen. Zu schwer? Hände auf eine erhöhte Fläche. Zu leicht? Füße erhöhen.

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    Schritt 4

    Ziehen: Tischrudern

    3 Sätze à 8–15 Wiederholungen unter einem stabilen Tisch. Körper gerade, Brust zur Tischkante ziehen.

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    Schritt 5

    Hüfte: Einbeinige Hüftbrücke

    3 Sätze à 10–15 Wiederholungen pro Seite. Oben eine Sekunde halten und das Gesäß fest anspannen.

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    Schritt 6

    Rumpf: Plank

    3 Sätze à 30–60 Sekunden. Körper gerade wie ein Brett, Bauch und Gesäß angespannt.

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    Schritt 7

    Protokollieren

    Notiere Übung, Variante, Wiederholungen und Gefühl. Beim nächsten Mal versuchst du, eine Wiederholung mehr zu schaffen.

Variante für Fortgeschrittene: 4 Tage Oberkörper/Unterkörper

Wenn dir drei Einheiten nicht mehr reichen oder du sehr stark bist, teilst du das Training auf: zwei Oberkörpertage mit je zwei Druck- und zwei Zugübungen plus Rumpf, zwei Unterkörpertage mit je zwei Bein- und zwei Hüftübungen. Das erlaubt mehr Volumen pro Muskelgruppe. Fertige Pläne für fortgeschrittenes Bodyweight-Training findest du in Calisthenics-Trainingsplan für Fortgeschrittene.

So machst du Körpergewicht schwer: 7 Tricks

Wenn die nächste Stufe der Progressionsleiter noch zu schwer ist, helfen diese Werkzeuge, um die Lücke zu schließen:

  1. Langsames Absenken: Drei bis fünf Sekunden in der nachgebenden Phase.
  2. Pausen in der schwersten Position: Zwei Sekunden unten in der Kniebeuge oder Liegestütze.
  3. Eineinhalb-Wiederholungen: Ganz runter, halb hoch, wieder ganz runter, ganz hoch – zählt als eine.
  4. Größerer Bewegungsumfang: Liegestütze zwischen zwei Büchern, Split Squats mit erhöhtem Vorderfuß.
  5. Rucksack als Gewicht: Ein mit Büchern oder Wasserflaschen gefüllter Rucksack macht Kniebeugen, Liegestütze und Ausfallschritte deutlich schwerer. Mehr in Home Workout mit Rucksack.
  6. Mechanische Dropsets: Von der schweren Variante direkt zur leichteren wechseln, wenn nichts mehr geht – etwa von erhöhten Liegestützen zu normalen.
  7. Weniger Pause: Für Kraftausdauer und Conditioning; für Muskelaufbau weniger geeignet.

Mehr systematische Methoden findest du in Bodyweight-Progressionen: So machst du Übungen schwerer.

Minimal-Equipment: Was sich wirklich lohnt

Komplett ohne Geräte geht es, aber ein paar günstige Anschaffungen erweitern deine Möglichkeiten enorm:

EquipmentPreis (ca.)Nutzen
Klimmzugstange20–60 €löst das Zug-Problem, Klimmzüge, Hanging Leg Raises
Widerstandsbänder20–40 €Rudern, Face Pulls, Unterstützung bei Klimmzügen
Turnringe30–50 €Rudern, Dips, Liegestütze – extrem vielseitig
Verstellbare Kurzhantelnab ca. 100 €macht Beintraining deutlich einfacher
Trainingsmatte15–30 €Komfort bei Boden- und Rumpfübungen

Mit Klimmzugstange und Widerstandsbändern für zusammen unter 100 Euro hast du ein nahezu vollständiges Trainingsstudio. Mehr zu Bändern in Resistance Bands und zu Ringen in Ringtraining. Wer später ausbauen will, findet den Fahrplan in Home-Gym einrichten.

Kondition und Fettabbau zu Hause

Krafttraining zu Hause lässt sich gut mit Conditioning ergänzen. Ein bis zwei kurze Zirkel pro Woche mit Burpees, Mountain Climbers, Squat Jumps und High Knees in einem Intervallformat verbessern die Ausdauer. Lockere Bewegung – zügige Spaziergänge oder Radfahren – bildet die Grundlage. Den Unterschied zwischen beiden Ansätzen erklären unser HIIT-Guide und der Zone-2-Guide.

Beim Fettabbau gilt zu Hause dasselbe wie im Studio: Training erhält und baut Muskeln auf, die Ernährung entscheidet über das Fett. Wie du beides kombinierst, steht in Fett verlieren, Muskeln behalten.

Zwölf Wochen Home Workout: So kann der Fortschritt aussehen

Wie realistisch ist sichtbarer Fortschritt zu Hause? Ein typischer Verlauf bei jemandem ohne Trainingserfahrung, der dreimal pro Woche nach diesem Plan trainiert:

ZeitpunktBeineDrückenZiehen
Woche 1Kniebeuge, 3 × 15Liegestütze auf den Knien, 3 × 10Handtuch-Rudern, 3 × 10
Woche 4Split Squat, 3 × 12 pro BeinLiegestütze, 3 × 8Tischrudern mit angewinkelten Beinen, 3 × 10
Woche 8Bulgarian Split Squat, 3 × 10 pro BeinLiegestütze, 3 × 15Tischrudern gestreckt, 3 × 10
Woche 12Bulgarian Split Squat mit Tempo, 3 × 12Liegestütze mit erhöhten Füßen, 3 × 12Negative Klimmzüge, 3 × 5

Der Fortschritt zeigt sich also nicht in Kilogramm, sondern im Aufstieg auf der Progressionsleiter. Wer sein Protokoll konsequent führt, sieht schwarz auf weiß, wie viel stärker er geworden ist – und meist auch im Spiegel.

Motivation zu Hause: Die Ablenkung schlagen

Die größte Herausforderung beim Home-Training ist nicht die Ausrüstung, sondern der Kopf. Zu Hause gibt es kein Studio-Ambiente, keine anderen Trainierenden und unzählige Ablenkungen. Drei Gewohnheiten helfen enorm: ein fester Trainingsort in der Wohnung, an dem die Matte schon liegt, ein fester Termin im Kalender und eine klare Startroutine – Trainingskleidung an, Handy auf Flugmodus, Playlist starten. Wer das Training an eine bestehende Gewohnheit koppelt, etwa direkt nach der Arbeit, lässt es seltener ausfallen. Mehr Strategien liefert Keine Lust auf Training: 15 Strategien gegen den inneren Schweinehund.

Training unterwegs: Hotelzimmer, Park, Urlaub

Der große Vorteil von Bodyweight-Training: Es reist mit dir. Im Hotelzimmer funktionieren Bulgarian Split Squats mit dem Bett, Liegestützen mit erhöhten Füßen auf dem Stuhl, Handtuch-Rudern an der Badezimmertür und Planks problemlos. Im Park bieten Bänke, Geländer und Reckstangen alles, was du für einen kompletten Workout brauchst. Fertige Programme findest du in Hotelzimmer-Workout und Outdoor-Training: Calisthenics im Park.

Die häufigsten Fehler beim Home Workout

Zu leicht trainieren. Hundert lockere Kniebeugen bauen keine Muskeln auf. Jeder Satz muss fordern.

Immer dieselben Übungen in derselben Variante. Ohne Progression kein Fortschritt – zu Hause genauso wie im Studio.

Das Ziehen vergessen. Nur Liegestütze und Kniebeugen führen zu einem Ungleichgewicht zwischen Brust und Rücken. Ziehe mindestens so viel, wie du drückst.

Kein fester Termin. Zu Hause ist der Weg zum Training kurz, aber die Ablenkungen sind groß. Plane feste Zeiten wie für einen Studiobesuch.

Kein Aufwärmen. Nur weil keine Hantel im Spiel ist, sind Gelenke und Sehnen nicht automatisch bereit. Fünf Minuten reichen.

Ungeduld bei schweren Progressionen. Wer nach drei Wochen einarmige Liegestütze oder Pistol Squats erzwingen will, überspringt Stufen – und verletzt sich eher, als dass er stärker wird. Jede Stufe der Leiter hat ihren Sinn.

Ernährung: Ohne Baumaterial kein Wachstum

Auch der beste Bodyweight-Plan bringt wenig, wenn die Ernährung nicht mitspielt. Für Muskelaufbau gelten zu Hause dieselben Grundsätze wie im Studio: genug Kalorien – idealerweise ein leichter Überschuss – und etwa 1,6 bis 2,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht, verteilt auf mehrere Mahlzeiten. Wie du das im Alltag umsetzt, erklären Wie viel Protein brauchst du wirklich? und der Meal-Prep-Guide.

Fazit: Kein Studio, keine Ausrede

Ein Home Workout ohne Geräte ist kein Notbehelf, sondern eine vollwertige Trainingsform – wenn du es richtig angehst. Mit Progressionsleitern, langsamen Wiederholungen, einbeinigen Übungen und konsequenter Aufzeichnung baust du zu Hause Kraft und Muskeln auf, die sich sehen lassen können. Und mit einer Klimmzugstange und ein paar Bändern hast du für unter 100 Euro alles, was du brauchst.

Wenn du tiefer in das Bodyweight-Training einsteigen willst, ist Calisthenics für Anfänger der nächste Schritt. Und wenn du später doch ins Studio wechselst, nimmst du ein solides Fundament mit – der 3-Tage-Ganzkörperplan baut direkt darauf auf.

Häufige Fragen

Kann man ohne Geräte Muskeln aufbauen?

Ja. Muskeln reagieren auf mechanische Spannung, nicht auf die Herkunft des Widerstands. Wenn Sätze nah am Muskelversagen enden und die Übungen über Progressionen schwerer werden, bauen besonders Anfänger und Fortgeschrittene auch mit dem eigenen Körpergewicht deutlich Muskeln auf.

Wie oft sollte ich zu Hause trainieren?

Drei Ganzkörpereinheiten pro Woche an nicht aufeinanderfolgenden Tagen sind für die meisten ideal. Wer mehr Zeit hat, kann auf vier Einheiten mit einer Aufteilung in Ober- und Unterkörper wechseln.

Wie trainiere ich den Rücken ohne Klimmzugstange?

Gute Optionen sind Rudern unter einem stabilen Tisch, Rudern mit einem Handtuch an einer geschlossenen Tür, umgekehrte Liegestütze zwischen zwei Stühlen und Superman-Varianten für den unteren Rücken. Langfristig lohnt sich eine Klimmzugstange als günstigste Investition.

Wie viele Wiederholungen bei Bodyweight-Übungen?

Für Muskelaufbau sind 8 bis 20 Wiederholungen pro Satz ideal, wobei der Satz ein bis drei Wiederholungen vor dem Muskelversagen enden sollte. Schaffst du mehr als 20 bis 25 saubere Wiederholungen, ist es Zeit für eine schwerere Variante.

Wie lange sollte ein Home Workout dauern?

30 bis 45 Minuten inklusive Aufwärmen reichen für ein vollständiges Ganzkörpertraining. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern dass jeder Satz anstrengend genug ist.

Schlagwörter

  • Home Workout
  • Bodyweight
  • Calisthenics
  • Training ohne Geräte
  • Ganzkörpertraining
  • Trainingsplan
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Michael Lohrberg

Über den Autor

Michael Lohrberg· Gründer von Syrax

Michael Lohrberg hat Syrax 2026 gegründet. Bundeswehr mit Auslandseinsatz, seit 2010 in der Industrie, Schichtbetrieb und zwei Aufgaben parallel – aus der Frage, wie viel Erholung im Alltag wirklich übrig bleibt, entstand der LEEK Pulse Pro. Im Magazin schreibt er über Training, Schlaf und Regeneration – praxisnah und mit Blick auf die Studienlage.

Mehr über Michael

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen, Schmerzen oder Unsicherheit sprich vor Trainings- oder Ernährungsumstellungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

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